Es ist jetzt an der Zeit, niemand zu sein, nichts, nirgendwo, zu keiner Zeit.
Es ist an der Zeit, reines Bewusstsein zu sein, reines Gewahrsein im unendlichen Feld der Potentiale.
~ Dr. Joe Dispenza ~

Tantramassagen – Sinnliche Berührungen für den GANZEN Menschen

von Anja Schäfer, 23. November 2018

Tantra – ist das nicht einfach nur Sex?

Der Gedanke „Tantra ist gleich Sex“ ist Ausdruck einer nicht korrekten Vereinfachung. Stimmiger ist die Aussage, dass Sexualität zu Tantra dazu gehört, so wie sie auch zum Menschsein, zum Leben, dazu gehört. Kein Leben existiert ohne Sexualität. Viele Menschen haben diese Tatsache vergessen oder verdrängt, was unter anderem mit verinnerlichten religiösen und kulturellen Strukturen zusammenhängt. Auch Menschen, die nicht durch ihre Eltern oder ihre Erziehung bewusst religiös geprägt wurden, tragen oft aus einer jahrtausendealten Tradition Überzeugungen in sich, die von Gen zu Gen unbewusst weitergegeben wurden und darum tief verankert sind.

Es ist ein wundervolles Zeichen der heutigen Zeit, dass immer mehr Menschen ihren Geist für Altes, Vergessenes und gleichzeitig Neues, Wahres öffnen.

Wahr und wahrhaft zeitlos altes Wissen ist, dass das Leben auf Sexualität und somit aus der Vereinigung von Energien, aus denen etwas Neues entsteht, basiert. Jeder Mensch hat eine Mutter und einen Vater. In der Regel war ein sexueller Akt der Grund für die Zeugung und die Geburt. Es gibt zwar durch die moderne Medizin auch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung, doch das LEBEN selbst kann der Mensch nicht erschaffen. Das LEBEN ist rein göttlichen Ursprungs, es ist Natur, es entsteht nicht durch Menschenhand. Der Mensch kann mittels seines Verstandes viel manipulieren und auch reparieren, doch erschaffen kann er nicht. Das Wunder des Lebens liegt in den Händen des Schöpfers, der Urquelle.

Gelebtes tantrisches Bewusstsein schließt das Wissen um den Schöpfer und das Wunder des Lebens ein. Darum schließt es auch Sexualität ein, denn die sexuelle Energie, die dasselbe ist wie die universelle Lebensenergie, Prana oder Chi, ist die Grundlage der schöpferischen Vielfalt.

Der Begriff „Tantra“

Tantra als Begriff ist nicht leicht zu definieren, denn er beinhaltet gewissermaßen ALLES, was IST. Sowohl geistig als auch emotional und physisch wird im tantrischen Bewusstsein nichts ausgegrenzt. Alles ist miteinander verbunden, alles hängt miteinander zusammen. Auch wenn die meisten Menschen noch nicht die Wahrnehmung entwickelt haben, alle Zusammenhänge zu sehen, so heißt das nicht, dass nicht auf einer für die physischen Augen unsichtbaren Ebene Verbindungen existieren.

Tantrisches Bewusstsein schließt alles, was ist und was von der Schöpfung erschaffen wurde, in sich ein und umarmt es. Es ist das Bewusstsein, das einfach nur IST, das IN ALLEM ENTHALTEN ist und das alles durchwebt. Schwingung, Energie, Vernetzung, Annahme von dem, was ist – das ist aus meiner Sicht „tantrisch“. Worte alleine können Tantra nicht definieren, denn Worte können nur auf die Wahrheit hindeuten, sie können nie die Wahrheit SEIN.

Scheinbar paradoxerweise werden im Tantra das „Nein“ und „Grenzen“ und „Regeln“ eingeschlossen. Eine Tantramassage zum Beispiel unterliegt bestimmten Regeln. Der Tantramasseur stellt den Raum und die Zeit zur Verfügung, er oder sie erschafft das Gefäß, in dem sich der oder die Empfangende in vollkommener Akzeptanz erfahren darf. So gesehen ist die Tantramassage im Tantra enthalten. Sie ist eine physische Manifestation des tantrischen Bewusstseins, in dem alles akzeptiert und angenommen wird, was gerade ist.

Was ist eine Tantramassage?

Eine Tantramassage ist eine wohltuende, sinnliche Ganzkörpermassage, die mit warmem Öl in entspannender Atmosphäre durchgeführt wird. Das Besondere an diese Massageform ist, dass sie den Menschen als Ganzes annimmt und alle Körperteile, auch der Intimbereich, in die Massage eingeschlossen werden.

Der Effekt einer tantrischen Massage kann zutiefst entspannend, inspirierend und harmonisierend sein. Es entsteht Raum für eine tiefe Entspannung oder auch für eine tranceartige Erfahrung. Gefühle können an die Oberfläche kommen, Gedanken kommen zur Ruhe, Inspirationen haben Raum.

Was ist das Wesentliche an einer Tantramassage?

Diese Frage stellte ich einmal dem Autor und Tantralehrer Daniel Odier während eines Seminars. Seine Antwort lautete: „Absichtslosigkeit, Atmung, Langsamkeit, Präsenz. Keine Perfektion.“

Der Begriff „Absichtslosigkeit“ scheint in einer tantrischen Massage paradox zu sein, denn die Massageform an sich darf Erregung und auch einen Orgasmus beinhalten – MUSS es aber nicht. Es ist natürlich, dass sich durch die Atmosphäre, die Ruhe, die sinnlichen Berührungen und die Langsamkeit Gefühle der Geborgenheit und des Vertrauens entfalten und aus der Tiefe der Entspannung auch Erregung bis hin zu einem Höhepunkt entstehen kann. Dennoch ist der Höhepunkt nicht das ZIEL der Massage, er ist natürlich und darf sein. Ebenso dürfen Gefühle in all ihren Schattierungen sein, Gedanken und körperliche Reaktionen, vertiefte Atmung, Geräusche, manchmal beginnt die Nase zu fließen, weil der natürliche Energiefluss angeregt wird. Alles, was im Rahmen einer Tantramassage von alleine entsteht, ist willkommen und in Ordnung.

In einer Tantramassage geht es ausschließlich um das passive Empfangen des Gastes. Die Zeit ist nur für ihn, für seine Selbsterfahrung und Entspannung. Die Rollen sind klar verteilt und nicht verhandelbar – der Tantramasseur gibt und der Gast nimmt. Aktives Berühren und Beobachten (im Sinne der Steigerung der erotischen Stimulierung) sowie alle Formen sexueller Praktiken (Oralsex, Geschlechtsverkehr, Küssen) gehören nicht zu einer professionellen, einseitig gebenden Tantramassage.

Wie läuft eine Tantramassage ab?

Im VENUSIA Oriental Massage Center wird der Gast zunächst im Willkommensraum begrüßt. Ich setze mich für ein kurzes Einführungsgespräch bei einem Glas Wasser mit ihm zusammen. Es geht um das Kennenlernen, das bewusste Wahrnehmen des anderen. Wenn der Gast es möchte, darf er vor der Massage duschen. In der Dusche oder – sofern nicht als nötig empfunden – direkt im Massageraum zieht er seine Kleidung aus und zunächst einen Lunghi an. Ein Lunghi ist ein weiches Baumwolltuch mit Fransen, das sowohl von Frauen als auch von Männern schlicht um den Körper gelegt getragen werden kann. Auch ich als die Masseurin trage zu Beginn einen Lunghi.

Zur Einstimmung in die Massage stehen sich der Empfänger und ich gegenüber. Ich lege seine Hände in meine und halte sie sanft. Wir schließen die Augen. Ich beginne damit, zur Einstimmung in die Innenkehr eine Meditation zu sprechen. Dabei geht die Aufmerksamkeit in den Körper, in die Atmung, in die Gedanken, von denen eine Loslösung und Distanzierung durch Beobachtung anvisiert wird, sowie in die fünf körperlichen Sinne.

Atem-Achtsamkeit und bewusste Hinwendung in den Körper dienen dem Ankommen in der Gegenwart, in dem einzigen Moment, in dem alles geschieht.

Ich lege die Hand des Gastes auf mein Herz und meine Hand auf das Seine. Einige Atemzüge lang denke ich: „Ich empfange deine Liebe und segne dich mit meiner Liebe.“ Erst lege jetzt ich meinen Lunghi ab, dann entferne ich den des Gastes. Ich streiche die Vorderseite seines Körpers mit meinen Händen und Fingerspitzen sanft abwärts bis zu den Füßen. Kurz innehaltend denke ich Gedanken der Verehrung der schöpferischen Kraft, die sich in diesem Körper verwirklicht hat. Ich streiche wieder aufwärts und wiederhole die Berührung auf der Rückseite. Nun lehne ich mich von hinten an den Empfänger, lege meine Hand nochmals auf sein Herz und erlaube ihn, sich weich zurückzulehnen. Diese Haltung soll ihm das Gefühl geben, dass er sich von nun an ganz fallenlassen, ganz entspannen darf.

Ich bitte den Gast jetzt, sich auf die Liege bzw. das Futon zu legen und decke ihn mit seinem Lunghi zu. Je nach Massage beginnt es auf der Körpervorderseite oder auf der Rückseite. Ich fange mit einigen sanften Berührungsgriffen an verschiedenen Körperstellen an, bevor ich langsam und sehr sanft den Lunghi abziehe und zur Seite lege.

Das angewärmte Mandelöl trage ich nun nach und nach auf den Körper auf. Mit verschiedenen, sehr langsamen und sich wiederholenden Griffen, Strichen und Haltepositionen gebe ich es auf die Haut des Empfängers. Der letzte Teil der Tantramassage ist dem Intimbereich gewidmet. Den Abschluss der Berührungen bildet das zärtliche Abnehmen des restlichen Öls mit einem weichen Frotteehandtuch. Die Massage endet damit, dass ich dem Gast den Lunghi wie zu Beginn wieder auf den Körper lege und ihm sage, dass er noch nachruhen darf und ich ihn im Willkommensraum erwarte, wenn er, sofern gewünscht, geduscht hat und wieder angezogen ist.

Wann und wie bist du dazu gekommen, Tantramassagen zu geben?

Ich war 46 Jahre alt, als ich mich neuen Bereichen der Sexualität und Sinnlichkeit zu öffnen begann. Als Lebenslangsingle mit einem gewissen Berührungsdefizit fühlte ich eine Art „Torschlusspanik“. Ich wollte mehr Körperlichkeit erfahren und in mein Leben integrieren, bevor ich vielleicht irgendwann „alt“ und „unattraktiv“ werden würde – und das auch unabhängig von einer „festen Partnerschaft“. So ähnlich dachte ich, als ich damit begann, mir über verschiedene Internetportale Bekanntschaften zu suchen und neue Erfahrungen zu machen. In diesem Zusammenhang führte mich mein Weg zu meiner ersten Tantramassage, die ich in Spanien erlebte. Diese Tantramassage schlug bei mir voll ein. Sie war auf allen Ebenen erfüllend und inspirierend. Ich wusste intuitiv auf der Stelle, dass das Geben von Tantramassagen mein neuer beruflicher Weg sein würde. Noch während der letzten Wochen meines Spanienurlaubes begann ich damit, mir durch Videos und mit Hilfe einer spanischen Gurke die Lingammassage selbst beizubringen. Durch eines der Internetportale, in denen ich aktiv war, erzählte ich meine Pläne allen Kontakten und lud sie zu einer Übungsmassage auf Spendenbasis nach meiner Rückkehr in Deutschland ein. Ich flog sogar noch extra für eine Woche nach Marokko, um in Marrakesch orientalische Vorhänge und einige Accessoires für meinen neuen Raum einzukaufen. Weiterhin bestellte ich noch aus Spanien ein Futon und plante die Renovierung meines Raumes.

Gleich nach meiner Rückkehr setzte ich alles Geplante in die Tat um. Nach wenigen Wochen kamen die ersten Übungsgäste und schon nach etwa 12 Massagen hatte ich den Ablauf weitestgehend im Griff. Ich fühlte mich immer sicherer und souveräner im Geben der Tantramassagen und vor allem immer glücklicher mit meiner vollkommen neuen Lebenssituation!

Bis auf wenige Ausnahmen fühlten sich alle „Versuchskaninchen“ sehr wohl. Die wenigen, die etwas auszusetzen hatten, hatten keinen Einfluss auf meinen weiteren Weg, denn die meisten Gäste waren einfach happy und entspannt, so dass meine Selbstsicherheit und innere Ruhe immer weiter zunahmen. Ende 2016 gestaltete ich meine Homepage und definierte die zukünftigen Endpreise, gab aufgrund meiner Lernphase allerdings noch bis ins Frühjahr 2017 alle Massagen zum halben Preis. 

Was gibt es dir selbst, Tantramassagen zu geben?

Für mich ist es ein Segen, dass ich im Jahr 2016 zu den Tantramassagen geführt wurde und diese zu meinem neuen Lebensinhalt machen durfte. Viele langgehegte Wünsche sind damit in Erfüllung gegangen: Ich stehe finanziell auf eigenen Füßen, ich arbeite zu Hause, ich bin völlig unabhängig und autark, weil ich meine Homepage, meine Werbung und meine Kommunikation selbständig erledigen kann, ich habe viel mehr reelle, menschliche Kontakte als je zuvor, ich erfahre fast täglich wunderschöne Berührungen, Dankbarkeit, Freude, Ruhe, Entspannung. Ich habe oft mehr Anfragen, als ich annehmen kann. Viele Gäste kommen immer wieder und neue finden mich fast täglich über das Internet. Ich sehr glücklich damit, dass sich alle Lebensstränge nach und nach zusammen zu fügen scheinen. Alles, was ich in meinem Leben erfahren und gelernt habe, ist zusammen genommen in einem neuen Ganzen angekommen, wächst immer weiter und wird immer runder.

2018 habe ich damit begonnen, Schulungen und Kurse zu geben. Es ist mein Herzenswunsch, einfach weiterzumachen und meine Aktivitäten auszudehnen. Ich habe keine Pläne, Massen von Menschen zu erreichen oder riesige Seminare zu geben, ich mag es im kleinen Rahmen, im persönlichen Kreis, in der Intimität und Vertrautheit.

Es mag sein, dass ich nicht bis ins Rentenalter Tantramassagen geben kann und will, doch die Richtung momentan fühlt sich richtig an und ich möchte diesen Weg weitergehen.

Das Leben findet nur JETZT statt. Und das JETZT, in dem ich dank der Tantramassagen angekommen bin, ist ein sehr glückliches, dankbares, erfülltes JETZT. Perfekt ist es natürlich nicht oder nicht immer, denn das Imperfekte im Perfekten gehört zum Leben dazu.

Hast du Fragen oder möchtest du einen Termin vereinbaren?

Datenschutz

10 + 11 =